Marinomed Biotech AG erneut insolvent

Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt!

Die Schuldnerin Marinomed Biotech AG, Hovengasse 25, 2100 Korneuburg, hat ihre Zahlungen eingestellt und beim Landesgericht Korneuburg einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gestellt. Das Verfahren wurde noch nicht eröffnet. Der KSV1870 rechnet aber mit einer zeitnahen Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

  • Unternehmensgegenstand: Die Schuldnerin ist laut eigenen Angaben ein seit Jahren etabliertes biopharmazeutisches Unternehmen, das im Jahr 2006 als Spin-off der veterinärmedizinischen Universität Wien gegründet wurde. Im Februar 2019 erfolgte schließlich der Börsengang der Antragstellerin im Prime Market Segment der Wiener Börse. Die Antragstellerin entwickelt innovative Behandlungen für Indikationen in der Virologie und Immunologie. Diesbezüglich hat die Schuldnerin ein Portfolio an OTC-Produkten zur Behandlung viraler Atemwegsinfektionen entwickelt. Im Jahr 2023 wurde das Portfolio im Bereich Immunologie um ein allergenblockierendes Nasenspray und feuchtigkeitsspendende Augentropfen erweitert.
  • Betroffene Dienstnehmer:     Es werden aktuell 30 Mitarbeiter beschäftigt. Die Löhne und Gehälter wurden bis einschließlich Juni 2026 bezahlt.
  • Passiva (Schuldnerangaben):     Die Schuldnerin beziffert ihre Verbindlichkeiten mit rund EUR 27,9 Mio., wovon Verbindlichkeiten von rund EUR 21,8 Mio. als unbesichert im Rahmen des Sanierungsverfahrens zu berücksichtigen sind. Im Liquidationsfall und einer Abwicklung im Konkurs ist von unbesicherten Passiva von rund EUR 22,6 Mio. auszugehen.
  • Betroffene Gläubiger            knapp 90 Gläubiger
  • Insolvenzursachen (Schuldnerangaben): 
    Über das Vermögen der Marinomed Biotech AG war bereits im Jahr 2024 ein Insolvenzverfahren anhängig, welches nach Annahme und rechtskräftiger Bestätigung eines Sanierungsplans in der Höhe von 30 % aufgehoben worden ist. Wie der KSV1870 erfahren hat, führt die Schuldnerin die nunmehrige Antragstellung auf fehlende Earn-Out-Zahlungen zurück, wodurch eine Erfüllung des ursprünglichen Sanierungsplans gescheitert ist.  

Ausblick: Die Schuldnerin strebt eine Fortführung und Sanierung ihres Unternehmens an. Das Unternehmen bietet seinen Gläubigern eine Sanierungsplanquote von 20 %, zahlbar innerhalb von zwei Jahren ab Annahme des Sanierungsplans, an.

„Beim Sanierungsplanangebot handelt es sich vorerst um die gesetzliche Mindestquote. Der noch zu bestellende Insolvenzverwalter wird die Fortführung des Unternehmens sowie die Angemessenheit und Erfüllbarkeit des Sanierungsplans zu prüfen haben“, so Alexander Greifeneder vom KSV1870.

Ab sofort können Gläubigerforderungen über den KSV1870 angemeldet werden: ins.forderungen@ksv.at .


Rückfragen: 
Mag. Alexander Greifeneder
Referent Insolvenzen Wien/NÖ/Bgld.
Telefon: 050 1870-8833
E-Mail: greifeneder.alexander@ksv.at 

Wien, 22.07.2026